Züchterauswahl

Ein seriöser Züchter?

Endlich hat man sich für eine Rasse entschieden. Nun steht der zukünftige Hundehalter vor einem neuen Problem: Wo findet man einen seriösen Züchter, der die in Frage kommende Hunderasse züchtet?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, an Züchteradressen zu kommen: Die Kleinanzeigen-Rubriken der Hunde-Fachzeitschriften sind eine ergiebige Quelle und auch der „Verband für das Deutsche Hundewesen e.V.“ (VDH)

Kontaktaufnahme

Ist ein Züchter in die nähere Auswahl gekommen, steht der erste Anruf auf dem Programm. Man schildert sein Anliegen und informiert sich darüber, ob der betreffende Züchter überhaupt Welpen abzugeben hat. Manchmal muss man mehrere Monate oder sogar ein Jahr auf einen Welpen warten. Wer wirklich Wert auf einen gesunden, wesensfesten Hund legt und glaubt, diesen nur von einem bestimmten Züchter zu bekommen, sollte die Wartezeit auf jeden Fall in Kauf nehmen.

Hat der Züchter tatsächlich Welpen anzubieten, vereinbart man einen Besuchstermin. Seriöse Züchter, die nichts zu verbergen haben, vergeben auch kurzfristige Termine. Dass sie sich nicht immer auf unangekündigte Besuche einlassen, ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. – Schließlich haben auch Hundezüchter ein Privatleben und wollen nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit von Hundeliebhabern belästigt werden.

Der Züchter sollte sympathisch sein

Der Besuch beim Züchter ist überaus aussagekräftig: Der erste Kontakt entscheidet meistens über Sympathie und Antipathie. Es ist äußerst wichtig, dass ein Hundezüchter einen sympathischen und seriösen Eindruck macht. Natürlich kann die erste Einschätzung auch trügerisch sein. Dennoch ist prinzipiell davon abzuraten, einen Hund von einem Züchter zu kaufen, der von vorneherein einen zweifelhaften Eindruck macht.

Als nächstes sollte man versuchen, sich ein neutrales Bild von der Hundehaltung zu machen. Wie sind die Hunde untergebracht? Wie hält es der Züchter mit Sauberkeit und Hygiene? Sind die Hunde offensichtlich gesund oder zeigen sie Krankheitsanzeichen? Wie reagieren die Vierbeiner auf den Züchter und auf den unbekannten Besuch?

Augen, Ohren und Nase auf!

Die Haltungsbedingungen sind ein wichtiger Faktor: Zufriedene Hunde brauchen ein hundegerechtes Umfeld, regelmäßigen Auslauf und Kontakt zu ihren Bezugspersonen. Werden die Zuchttiere ausschließlich in Zwingeranlagen gehalten und reagieren ängstlich oder aggressiv, wenn man sich ihnen nähert, ist das ein schlechtes Zeichen.

Ein gepflegter Hunde-Haushalt riecht nicht unangenehm. Sicherlich haben Hunde bisweilen einen markanten Geruch, der an Intensität zunimmt, wenn das Tier nass wird – und dennoch darf es bei einem Züchter nicht „zum Himmel stinken“.

Es versteht sich von selbst, dass auch die Hunde einen gepflegten Eindruck machen sollten. Verschmutzungen, Verkrustungen an den Augen, an der Nase und im Afterbereich können Hinweise auf mangelnde Pflege und etwaige Erkrankungen sein. Auch der Fellzustand der Hunde sollte genauestens in Augenschein genommen werden.

Die Beziehung zwischen Hund und Züchter ist ebenfalls sehr aufschlussreich. Ein verantwortungsvoller Züchter pflegt einen engen Kontakt zu seinen Tieren. Die meisten Hobbyzüchter integrieren ihre Hunde voll und ganz in das Familienleben und legen größten Wert auf eine frühe Sozialisation ihrer Tiere.

Die Elterntiere

Es ist immer von Vorteil, wenn man vor dem Erwerb eines Welpen die Elterntiere in Augenschein nehmen kann. Sie vermitteln einen Eindruck vom späteren Aussehen des Welpen und geben eventuell sogar Aufschluss über etwaige charakterliche Eigenarten.

Leider ist es nicht immer möglich, den Vater der Welpen zu sehen. Viele Züchter haben keinen eigenen Deckrüden oder sind auf „fremdes Blut“ angewiesen, damit der Genpool der eigenen Hunde erweitert wird. Gegen diese Vorgehensweise ist im Prinzip nichts einzuwenden. Vielleicht verfügt der Züchter über Fotomaterial oder besitzt sogar einen Videofilm vom stolzen Vater seiner Welpen.

Die Zuchthündin sollte allerdings auf jeden Fall präsent sein. Wurden die Welpen bereits im Alter weniger Wochen von ihrer Mutter getrennt und die Zuchthündin ist nicht zu sehen, sollte das den zukünftigen Hundebesitzer skeptisch stimmen.

Informationsbereitschaft

Ein seriöser Züchter wird Wert darauf legen, einen Hunde-Interessenten genauestens über die von ihm gezüchtete Rasse zu informieren. Er erläutert bereitwillig die Fütterung und Pflege der Hunde und wird eventuell auch ein paar Erziehungstipps oder die Adresse einer empfehlenswerten Hundeschule parat haben. Viele Hundezüchter stehen auch nach dem Verkauf eines Welpen für Fragen bereit und helfen gerne, wenn der frischgebackene Hundebesitzer nicht weiter weiß.

Als nächstes wird er dem Hunde-Inserenten nachweisen, dass die Welpen bereits geimpft und mehrfach entwurmt wurden (abhängig vom Alter). Der Hundekäufer erfährt, wann die nächste Wiederholungsimpfung ansteht und wann der Welpe erneut entwurmt werden muss.

Erwirbt man einen Hund mit Papieren, sollte man überprüfen, ob die Papiere tatsächlich von einem anerkannten Verein stammen oder ob sie der Fantasie des Züchters und dem heimischen Laserdrucker entsprungen sind. (Im Zweifelsfall beim VDH nachfragen!).

Dem Hundekäufer auf den Zahn gefühlt…

Die Informationsbereitschaft liegt natürlich nicht nur auf Seiten des Züchters. Auch der Hunde-Interessent sollte offen und ehrlich Auskunft über seine Hundeerfahrung geben und erläutern, was er von seinem zukünftigen Hund erwartet. Man sollte es keinesfalls als Neugierde werten, wenn ein Hundezüchter beginnt, private Fragen zu stellen. Die Wohnverhältnisse, die finanzielle Situation und der Lebensrhythmus sind wichtige Faktoren, die sich erheblich auf die Hundehaltung auswirken. Ein verantwortungsvoller Züchter möchte seine Hunde in guten und kompetenten Händen wissen.

Vorsicht vor unseriösen Angeboten!

Sicherlich ist ein gesunder wesensfester Hund mit guten Papieren nicht billig. Wer sich zum Kauf eines Rassehundes entschließt, muss durchschnittlich zwischen 500,- und 1.500,- Euro auf den Tisch legen. Der stolz anmutende Preis hat seine Rechtfertigung: Eine seriöse Zucht ist aufwendig und kostenintensiv. Würde ein Hundezüchter zu den Deck-, Tierarzt- und Futterkosten noch einen Stundenlohn für durchwachte Nächte und die in den Wurf investierte Arbeit berechnen, müsste der Kaufpreis noch weiter in die Höhe schnellen.

Züchtercheckliste:

  • Sympathie
  • Hygiene
  • Unterbringung der Hunde
  • Gesundheit der Hunde
  • Papiere (vom einem dem VDH/FCI angeschlossenen Verein, in Deutschland ist dies der Deutsche Retriever Club e.V. und der Golden Retriever Club e.V.)
  • Impfungen/Entwurmungen
  • Elterntiere
  • Informationsbereitschaft
  • Züchter steht auch nach dem Kauf für Fragen zur Verfügung